Cristiano Ronaldo, Kim Kardashian und Matt Damon haben es getan. Und auch im Jahr 2025 reißt der Trend nicht ab: Prominente leihen ihre Gesichter für Krypto-Projekte, Börsen oder NFT-Kollektionen. Doch die glänzende Fassade hat Risse bekommen.

Während Cristiano Ronaldo sich mit einer Sammelklage über eine Milliarde US-Dollar wegen seiner Binance-Kooperation konfrontiert sah, mussten andere Stars bereits zahlen. Kim Kardashian zahlte 1,26 Millionen Dollar Strafe an die SEC, weil sie Werbung für EthereumMax nicht korrekt kennzeichnete. Auch NFL-Legende Tom Brady verlor durch den Zusammenbruch von FTX nicht nur seinen Ruf, sondern auch Millionen an eigenem Kapital.

Dennoch bleibt die Masche effektiv: Stars nutzen ihre Reichweite auf Instagram, TikTok und X, um Fans in volatile Märkte zu locken. Für unerfahrene Anleger ist das Brandgefährlich.

Die Psychologie dahinter: „Sei erfolgreich wie dein Idol“

Das Problem ist nicht die Technologie, sondern die Zielgruppe. Oftmals richten sich die Stars an Fans, denen jegliches Finanzwissen fehlt. Die Botschaft ist subtil, aber wirkungsvoll: „Ich bin reich und erfolgreich. Wenn du diesen Coin kaufst, kannst du das auch sein.“

Dieser sogenannte Halo-Effekt sorgt dafür, dass die positive Wahrnehmung einer Person (z.B. ein genialer Fußballspieler) auf das beworbene Produkt (eine hochriskante Krypto-Anlage) übertragen wird. Der Anleger denkt nicht mehr rational über Risiken nach, sondern vertraut blind seinem Idol. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen immer wieder, wie stark dieser Einfluss von Influencern auf das Kaufverhalten tatsächlich ist.

Binance verzeichnete beispielsweise einen Anstieg der Suchanfragen um 500 Prozent, nachdem die Ronaldo-NFTs angekündigt wurden. Das Marketing funktioniert – doch zu welchem Preis?

Die Realität: Pump-and-Dump statt nachhaltigem Investment

Viele der beworbenen Projekte entpuppen sich als finanzielle Desaster. Besonders im Bereich der Meme-Coins und NFTs wurden Fans oft Opfer von „Pump-and-Dump“-Schemata:

  1. Der Hype: Ein Promi postet einen unbekannten Coin.
  2. Der Pump: Fans kaufen massenhaft, der Kurs explodiert.
  3. Der Dump: Insider (und oft die Promis selbst) verkaufen auf dem Höhepunkt ihre Anteile.
  4. Der Crash: Der Kurs stürzt ab, die Fans verlieren ihr Geld.

Ein prominentes Beispiel aus der Vergangenheit ist der Boxer Floyd Mayweather, der für verschiedene ICOs warb, die sich später als Betrug herausstellten. Auch die US-Börsenaufsicht SEC warnt regelmäßig davor, Investitionsentscheidungen allein aufgrund von Promi-Empfehlungen zu treffen.

Vorsicht bei „Financial Advice“ von Influencern

Im Jahr 2025 hat sich das Problem verlagert. Neben klassischen Hollywood-Stars sind es nun vor allem „Finfluencer“ (Finanz-Influencer) auf TikTok und YouTube, die oft ohne Lizenz Anlageberatung betreiben.

Das Risiko eines Totalverlustes ist real. Wer sein Geld nur aufgrund einer Promi-Empfehlung investiert, ignoriert die goldene Regel des Investierens: Do Your Own Research (DYOR).

Zur Wahrheit gehört auch: Viele Stars wissen oft selbst nicht, wofür sie da eigentlich werben. Sie erhalten ein Skript und eine Bezahlung (oft in Stablecoins oder Fiat, selten in dem beworbenen Risiko-Asset). Ihrer Vorbildfunktion werden sie dabei selten gerecht.

Fazit: Vertraue keinem Gesicht auf einem Plakat

Wenn dein Lieblingsstar für eine Krypto-Börse oder einen neuen Coin wirbt, solltest du dies nicht als Anlagetipp, sondern als bezahlte Unterhaltung betrachten. Auch die Verbraucherzentrale rät dringend dazu, Krypto-Angebote aus sozialen Medien kritisch zu prüfen und sich nicht von Glanz und Glamour blenden zu lassen.

Checkliste für Anleger:

  • Verstehe ich das Produkt? (Nicht: Mag ich den Promi?)
  • Ist die Plattform reguliert? (Besitzt sie Lizenzen in Deutschland/EU?)
  • Wo bewahre ich meine Coins auf? (Stichwort: Hardware-Wallet statt Börse)

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