Es ist Dezember 2025. Das viel beachtete Bitcoin-Halving vom 20. April 2024 ist Geschichte. Damals wurde die Belohnung für Miner von 6,25 auf 3,125 BTC halbiert. Die Erwartungen waren gigantisch: Analysten und Modelle prophezeiten neue Allzeithochs (ATH) und sechsstellige Kurse.
Jetzt, wo wir uns dem Ende des Jahres nähern und der Bitcoin-Kurs stabil über 90.000 US-Dollar notiert, ist es Zeit für einen Faktencheck. Hat Bitcoin seine historischen Muster bestätigt?
Der Tag X war (wieder) unspektakulär
Wie in der Vergangenheit zeigte sich auch beim 4. Halving im April 2024 keine sofortige Kursexplosion am Stichtag selbst. Der Preis dümpelte damals um die 64.000 US-Dollar.
Der historische Vergleich der Halving-Tage bestätigt das Muster des „Non-Events“:
- 2012: + 1,2 %
- 2016: – 2,0 %
- 2020: – 1,8 %
- 2024: + 0,8 %
Die wahre Magie des Angebotsschocks entfaltete sich – wie von Experten erwartet – erst mit Verzögerung. Doch diesmal gab es eine entscheidende Abweichung.
Die Anomalie: Allzeithoch VOR dem Halving
Zum ersten Mal in der Geschichte von Bitcoin wurde das alte Allzeithoch vor dem Halving gebrochen (im März 2024 bei ca. 73.700 USD). Grund dafür war die massive Nachfrage durch die im Januar 2024 zugelassenen US-Spot-ETFs von BlackRock und Co.
Dies brachte die klassischen Zyklus-Modelle durcheinander. Viele fragten sich: Haben wir das Pulver schon verschossen? Doch der Verlauf des Jahres 2025 belehrte die Zweifler eines Besseren.
Cycle Top 2025: Die 500-Tage-Regel hält
Historisch gesehen erreichte Bitcoin sein Zyklus-Top immer etwa 12 bis 18 Monate nach dem Halving. Schauen wir auf die Daten für den aktuellen Zyklus:
- Halving: April 2024
- Historisches Zeitfenster für Top: April bis Oktober 2025
Und tatsächlich: Nach einer langen Seitwärtsphase im Sommer 2024 zündete der Turbo im Jahr 2025. Getrieben von sinkenden Zinsen und einem verknappten Angebot kletterte Bitcoin im Herbst 2025 erstmals über die magische 100.000 US-Dollar-Marke (wenn auch nur kurzzeitig), bevor er sich auf dem aktuellen Niveau bei ca. 92.000 USD einpendelte.
Damit hat Bitcoin exakt das geliefert, was die „Diminishing Returns“-Theorie (abnehmende Renditen) vorhersagte, wie sie auch oft in langfristigen Chart-Analysen zu beobachten ist:
- Zyklus 2013: Vervielfachung x50
- Zyklus 2017: Vervielfachung x20
- Zyklus 2021: Vervielfachung x3,5
- Zyklus 2025: Vervielfachung x2,5 (vom Boden 2022 bei 16k auf ca. 100k)
Fazit: Bitcoin bleibt das Uhrwerk des Marktes
Die Befürchtungen, dass das Halving seine Wirkung verliert, haben sich nicht bewahrheitet. Zwar sind die prozentualen Sprünge nicht mehr so gewaltig wie in den Anfangsjahren, doch die absolute Wertsteigerung ist enorm.
Bitcoin liegt damit auch Ende 2025 voll im Plan der Stock-to-Flow-Modelle, die die Knappheit von Assets bewerten. Der Angebotsschock durch das Halving 2024, kombiniert mit der institutionellen Gier der ETFs, hat den perfekten Sturm ausgelöst. Wer die Geduld hatte, die „langweiligen“ Monate nach dem Halving auszusitzen, wurde 2025 fürstlich belohnt.
Der Blick richtet sich nun bereits vorsichtig auf 2028: Dann sinkt die Belohnung auf 1,5625 BTC. Laut dem offiziellen Bitcoin Halving Countdown wird dieses nächste große Ereignis voraussichtlich im Frühjahr 2028 stattfinden. Wird die Geschichte sich erneut reimen?





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