Das Krypto-Jahr 2025 war ein Fest für die Bullen. Bitcoin knackte die 100.000-Dollar-Marke (zumindest kurzzeitig), Ethereum festigte seinen Status durch ETFs und Solana erlebte eine Renaissance. Doch nicht alle profitierten gleichermaßen vom Hype. Einige etablierte Projekte, die in früheren Zyklen die Charts anführten, hinken der aktuellen Rallye hinterher.
Historisch gesehen rotieren Gewinne oft von den Top-Performern in unterbewertete Nachzügler („Laggards“). Wir haben 4 prominente Coins analysiert, die 2025 im Schatten standen – und 2026 überraschen könnten.
1. Polygon (POL, ehemals MATIC): Der ewige Technologieführer?
Polygon hat 2024/2025 eine massive technische Transformation durchlaufen („Polygon 2.0“) und den Ticker von MATIC auf POL gewechselt. Technologisch ist das Netzwerk mit seinen zk-EVM-Lösungen führend und Partnerschaften mit Giganten wie Nike oder Starbucks bestehen weiterhin.
Die Performance: Trotzdem blieb der Kurs 2025 hinter den Erwartungen zurück. Während Solana und neuere Layer-2s wie Base (Coinbase) oder Arbitrum das Volumen aufsaugen, dümpelt POL oft seitwärts.
Die Chance für 2026: Der Markt unterschätzt oft fundamentale Stärke. Wenn der Fokus von „Hype“ (Meme-Coins) zurück auf „Nutzen“ (Infrastruktur) wechselt, ist Polygon massiv unterbewertet. Als Aggregation-Layer für das gesamte Ethereum-Ökosystem könnte POL der „Sleeping Giant“ des nächsten Jahres sein, wie auch aktuelle Analysen zur zk-Technologie von Vitalik Buterin nahelegen, die Polygon als Vorreiter sehen.
2. Litecoin (LTC): Das digitale Silber läuft noch nicht an
Litecoin ist das Stehaufmännchen der Krypto-Welt. Totgesagt, aber nie verschwunden. Auch 2025 zeigt sich das gleiche Bild: LTC funktioniert perfekt, ist günstig und schnell – aber „langweilig“ für Spekulanten.
Die Performance: Während Bitcoin explodierte, verzeichnete Litecoin nur moderate Gewinne und fiel im Ranking der Marktkapitalisierung weiter zurück. Das Narrativ vom „digitalen Silber“ verfängt bei der neuen Generation von Anlegern kaum noch.
Die Chance für 2026: Warum dennoch Hoffnung besteht? Litecoin wird zunehmend als Zahlungsmittel akzeptiert. Die Statistiken des Zahlungsdienstleisters BitPay zeigen LTC regelmäßig auf den vorderen Plätzen bei der Nutzung als Zahlungsmittel, oft sogar vor Bitcoin, da die Gebühren niedriger sind. Sollte die Regulierung für Privacy-Coins oder komplexere DeFi-Token strenger werden, könnte LTC als „saubere“ Bitcoin-Alternative ein Comeback als sicherer Hafen erleben.
3. Cardano (ADA): Warten auf den „Voltaire“-Effekt
Die Community ist eine der stärksten, doch der Kurs von ADA konnte 2025 nicht mit Solana oder Ethereum mithalten. Die methodische, langsame Entwicklungsweise von Cardano wird in einem schnellen Bullenmarkt oft abgestraft.
Die Performance: ADA notiert weit unter seinem Allzeithoch von 2021 (über 3 Dollar). Die Kritik wächst, dass das Netzwerk zu wenig echte Nutzeraktivität (TVL) im Vergleich zur Marktkapitalisierung aufweist.
Die Chance für 2026: Mit dem Abschluss der „Voltaire“-Phase (vollständige Governance) ist Cardano nun eines der dezentralsten Netzwerke der Welt. In einer Ära, in der SEC-Klagen und Zentralisierungssorgen wachsen, könnte diese Dezentralisierung zum entscheidenden Verkaufsargument werden. Ein Blick auf die Cardano Roadmap zeigt, dass nach der technischen Vollendung nun die Ära der Selbstverwaltung beginnt – ein Experiment, das Investoren wieder anlocken könnte.
4. Arbitrum (ARB) & Optimism (OP): Die Layer-2-Enttäuschung?
Technisch sind Layer-2-Lösungen auf Ethereum der Standard für Transaktionen geworden. Doch die Token ARB und OP litten 2025 unter massiven Token-Freischaltungen (Unlocks), die den Preis drückten, obwohl die Netzwerke boomten.
Die Performance: Die Kurse stagnierten oft, da das Angebot an neuen Token die Nachfrage überstieg. Investoren nutzten die Netzwerke, kauften aber lieber ETH statt der Governance-Token.
Die Chance für 2026: Der Verkaufsdruck durch frühe Investoren lässt langsam nach. Da Ethereum weiter skaliert, bleiben Arbitrum und Optimism unverzichtbar. Sobald Mechanismen eingeführt werden, die Gebühreneinnahmen direkt an Token-Halter weiterleiten (Staking/Revenue Share), könnte eine Neubewertung anstehen. Daten von L2Beat belegen, dass das Transaktionsvolumen auf diesen Netzwerken weiterhin exponentiell wächst – die fundamentale Nachfrage ist also da.
Fazit:
Antizyklisches Handeln ist schwer, aber oft profitabel. Wer 2023 BNB oder Solana kaufte, als alle sie hassten, wurde reich belohnt. 2026 könnten es Projekte wie Polygon oder Cardano sein, die heute niemand auf dem Schirm hat. Wichtig bleibt jedoch: Diversifikation ist Pflicht, denn nicht jeder „Schläfer“ wacht wieder auf.





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